Dieser Tage wird ein zweifelhaftes Jubiläum gefeiert. Der Computervirus wird 25 Jahre alt.
Genau am 10. November 1983 begann ein Programmierer namens Fred Cohen ein Programm zu entwickeln dass andere Programme und andere Computer infizieren sollte. Er war neugierig, und wollte wissen, ob dies überhaupt und wenn in welchem Zeitrahmen möglich sei. Er war sich damals nicht im Klaren, welche Auswirkungen das haben wird. So schrieb er vor 25 Jahren an der Southern California University in Los Angeles den ersten Computer Virus der erfolgreich ein anderes System infizieren und sich selbst fortpflanzen konnte. Cohen war sich der Tragweite seiner Entwicklung nicht bewusst. Auch konnte er nicht ahnen, dass daraus eine regelrechte Industrie aus Virenprogrammierern und Virenbekämpfung entstehen würde.
Der erste Computer Virus, der es in die Schlagzeilen weltweiter Zeitungen schaffte, war der Michelangelo Virus. Dieser Virus war sehr gefährlich. Er nistete sich auf infizierten Computern ein und wartete auf das schicksalshafte Datum den 6. März 1992, den Geburtstag des Universalgenies. Daher auch der Name. Sobald nun die Systemzeit dieses Datum anzeigte, überschrieb der Virus den Bootsektor und löschte wichtige Daten des Betriebssystems.
1999 schlug der Computer Virus Melissa zu. Dieser Virus konnte auf das Outlook-Adressbuch zugreifen und verschickte sich selbst an die ersten 50 Kontakteinträge. "Melissa" brachte das weltweite E-Mail System an den Rand des Kollapses. Der Autor dieses Computer Virus wurde im Jahr 2002 für die nächsten 20 Monate hinter Gitter geschickt.
Ab Mitte 2005 wurde es ruhig um die reinen Virenausbrüche. Viren die auf Zerstörung und Aufsehen ausgelegt waren, wurden immer uninteressanter. Die Profitgier wurde im digitalen Untergrund immer ausgeprägter und Viren entwickelten sich weiter. Mittlerweile geht es hauptsächlich um die Kontrolle des infizierten Computersystems. Je länger ein Computer Virus unentdeckt bleibt, desto mehr nutzen kann der Autor daraus ziehen. Diese oft riesengroße Anzahl von verseuchten Computern kann zum Beispiel dazu benutzt werden, um Spam zu verschicken oder um Webserver gezielt anzugreifen und lahm zulegen.





